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Prüfantrag: Belegung der Alten FH

Die FWG-Fraktion im Stadtrat Neu-Ulm beantragt einen detaillierten Bericht mit Diskussion über den Raumbedarf des Dezernats 4 und die Überlegungen der Verwaltung zur Belegung der Alten FH.

Begründung:
Die ehemalige Alte Fachhochschule hat die letzten Jahre als Zwischennutzung unsere Bücherei beherbergt. Viele BürgerInnen waren sehr gerne in diesen Räumen, die licht und hell sind und mit dem kleinen Hörsaal, dem Wintergarten und dem Innenhof viele Veranstaltungen zusätzlich möglich machten. Daher sind diese Räume, der ehemalige Lesesaal und die Mensa der amerikanischen Highschool für uns als Stadträte etwas Besonderes und keine „normalen“ Verwaltungsräume.

Wir bitten hiermit um eine Besichtigung und einen ausführlichen Bericht, wie es nach dem Einzug der Bücherei ins Heiners mit diesen Räumlichkeiten weiter gehen soll. Wir haben erfahren, dass das Dezernat 4 in Zukunft alle Räume belegen will Wir finden das schade, denn der öffentliche Charakter und die vielfachen Nutzungsmöglichkeiten würden so nur wenig genutzt werden. Möglicherweise ließe sich der Bedarf des Dezernats 4, den wir nicht im Detail kennen, auch anders lösen.

Bekanntermaßen setzen wir uns seit längerer Zeit dafür ein, einen Sozialen Ort (s. a. beiliegendes Essay der Bertelsmann Stiftung „Soziale Orte – Die Zukunftsenergie unserer Gesellschaft. Warum offene Erfahrungsräume des Gemeinsinns für Zusammenhalt und Demokratie unverzichtbar sind“ von Prof. Dr. Berthold Vogel) in Neu-Ulm zu etablieren. In Ulm (wie auch in vielen anderen Städten) sind mit den Bürgerhäusern solche Orte schon seit Jahrzehnten vorhanden. Es gibt, wenn das Haus der Nachhaltigkeit seine bisherigen Räume verlassen muss, in Neu-Ulm keine konsumfreien Räume für Bürgerschaftliches Engagement – von Vorstandssitzungen und Jahreshauptversammlungen über Selbsthilfegruppen (auch das Familienzentrum ist ausgelastet) bis hin zu jeglicher Art analoger Begegnungen. Idealerweise entwickeln sich Soziale Orte schrittweise, „reagieren auf lokale Bedarfe, mobilisieren Engagement, vernetzen Akteur:innen ausunterschiedlichen Bereichen und integrieren vielfältige Gruppen und Milieus“. (Zitat aus o.g. Essay).

Erinnern wollen wir an den vor Jahren durchgeführten Europan-Wettbewerb zu diesem Teil des Vorfelds, in dem u.a. empfohlen wurde, dort neben Wohnungen kleinere Handwerksbetriebe, Dienstleistungen und Gewerbe zu etablieren. Das Konzept eines Sozialen Ortes in Trägerschaft eines gemeinnützigen Vereins würde hervorragend dazu passen und das Gebiet erheblich aufwerten. Auch im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum ISEK wurde immer wieder nach solchen Begegnungsorten verlangt. Last, but not least: unser Antrag für ein „Soziokulturelles Zentrum“ im ehem. Barfüßer im Herbst 2019 wurde seitens der Verwaltung als grundsätzlich positiv und denkbar bewertet. (Situngsvorlage STR/2019/0055, Top 10). Im Rahmen der Behandlung und Diskussion lobten alle Fraktionen das Konzept, es war nur leider am Standort ehem. Barfüßer nicht gewünscht